Alle Jahre wieder…

Am 20. Oktober 2013 feierte Katja zum letzten Mal ihren Geburtstag in Deutschland. Drei Tage später ging es dann ab nach Paraguay… und so feierte sie heuer zum fünften Mal Cumpleanos in Paraguay. Wir planten diesesmal ohne viel Aufwand, aber da unsere paraguayischen Freunde gerne mal eine deutsche Brotzeit probieren wollten, bestelltn wir bei Erika ein echtes deutsches Bauernbrot, bei dem sie es sich auch nicht nehmen ließ, es kunstgerecht zu verzieren.

Da ihr Freund Erich idealerweise auch noch Metzger ist, und hier hobbymäßig „wurschtelt“ 😉 gab es auch gleich leckeren Fleischkäse und Nürnberger Würstchen.

Anfangs war das Buffet reichhaltiger – hier neigt es sich schon dem Ende entgegen

Das würzige deutsche Essen kam bei allen gut an, vor allem da wir zur anschließenden Durstbekämpfung jede Menge Pilsen kühl gestellt hatten und bei angenehmen 31 Grad schmeckte das auch ganz vorzüglich.

Da alle eingeladenen Deutschen (und Schweizer und Österreicher) auch gut Spanisch sprechen (leider nicht selbstverständlich) ergab sich eine lockere Runde und nach einigen Bierchen kam das südamerikanische Lebensgefühl voll zum Ausbruch und zumindest die Damen wagten das ein oder andere Tänzchen 🙂

Zu später Stunde wurde ruckzuck alles zusammen geräumt und da man hier für umgerechnet knapp 20€ Stühle, Tische, Besteck, Gläser, usw. bestellen kann, entfällt das lästige aufspülen und am Montag wird das Ganze einfach schmutzig zurück gebracht.

Anekdote am Rande:

Als wir letzte Woche die Getränke einkauften, wollten wir, unserer deutschen Prägung entsprechend, kein Dosenbier, sondern Flaschen kaufen. Nun ist Paraguay inzwischen so fortschrittlich, dass es sogar „retornable“, d.h. Pfandflaschen gibt, allerdings bekommt man so einen Kasten nur, wenn man vorher einen leeren Kasten abgibt… Hat man allerdings noch keinen leeren Kasten, gestaltet sich das Ganze äußerst schwierig, außer es gibt in der Nachbarschaft jemanden, dem man einen Kasten „zeitweise“ entleihen kann….

2 Stunden später hatte sich Thomas´Blutdruck ob dieser äähhh dämlichen Regelung soweit gesenkt, dass wir halt im nächsten Supermercado einige Paletten Dosenbier kauften… 🙂

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Einen Ausweg gefunden

Juan León Mallorquín: Sieben Stadtratsmitglieder, die gegen eine Verifikation der Finanzen der Stadt in Alto Paraná* stimmten, wussten wie ihre Wählerschaft darauf reagiert und gingen durch die Wand.

Eine Gruppe von Einwohnern und Wählern verbrachte die Nacht vor dem Rathaus, um sicherzustellen, dass den Stadtratsmitgliedern der Ernst der Lage bewusst wird und sie für eine Intervention der Stadt plädieren. Die Führung durch Bürgermeister Mario Noguera (PLRA) stand in der Kritik.

Sieben Stadtratsmitglieder die dem Bürgermeister treu verfallen waren, und nicht dafür stimmten, wussten, dass es keine logische Erklärung gegenüber den draußen wartenden Bürgern gab und entschieden sich einen zweiten Ausgang “zu schaffen“. Sie schlugen ein Loch in die geziegelte Wand des Sitzungssaals und verschwanden dadurch unentdeckt.

Den Antrag auf Intervention stellten die Stadtratsmitglieder Rubén Cabral, Alba Ortiz, Manuel Ortega, Ramón Ovelar und Adrián Cantero. Sie führten 8 Gründe auf, darunter ein Kredit in Höhe von 1 Milliarde Guaranies aus 2017. Bis heute wurde man nicht darüber informiert, wofür das Geld gebraucht wurde. Die Mitglieder, die entschieden ein Loch in die Wand zu schlagen waren Gustavo Benítez (FG), César López (FG), Alfonzo Olmedo (PLRA), Blas Acosta (ANR), Derlis Herrera, Alfredo Acosta und Néstor Cardozo; von der Unace.

Cabral, Ortiz, Ortega, Ovelar und Cantero zeigten ihre sieben Kollegen nun bei der Staatsanwaltschaft an wegen Zerstörung öffentlichen Eigentums.

 

Quelle: wochenblatt

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Ciao Amigo

Wie schon in einem älteren Blogeintrag geschrieben, nahmen wir, als wir hier hoch zogen, unseren Amigo von der Estancia Aventura mit, um ihm noch einige Jahre das Gnadenbrot zu geben. Er lebte viele Jahre auf der Estancia, aber sein genaues Alter wusste niemand, der ehemalige Capataz von Kiki sagte uns jedoch, er sei mindestens 30 Jahre alt! In letzter Zeit ging es mit ihm immer mehr bergab und trotz Spezialfutter verlor er in den letzten Monaten bestimmt 50-70 kg Gewicht. Schmerzen hatte er keine, allerdings wurde er immer wackeliger auf den Beinen und wir hatten uns fest vorgenommen, ihm ein angenehmes Ende zu bereiten. Gestern stand er noch wie immer auf der Weide, doch als ihn Katja heute morgen aus dem Stall holte, legte er sich ins Gras und kam beinahe nicht mehr hoch. Er schaffte es nochmal aufzustehen und versuchte sogar zu grasen, aber einige Minuten später lag er schon wieder.

Für uns war klar, dass es soweit war und so riefen wir unseren Tierarzt Felipe an. Mit der Verlässlichkeit von Tierärzten ist das hier so eine Sache, doch von Felipe und Silvia sind wir noch nie enttäuscht worden. Wir riefen ihn um 7:00 Uhr an und eine knappe Stunde später war er da. Zusammen gingen wir auf die Weide und Felipe gab ihm seine Spritze.

Dieken und Guazu beobachteten das Geschehen aus einiger Entfernung und besonders Dieken, der sehr an Amigo gehangen hatte, verabschiedete sich noch.

Nachdem das erledigt war, stand das nächste Problem an und unserem Aldo der Schweiss auf der Stirn, denn so ein Loch für ein Pferd zu buddeln ist doch ein etwas größerer Act, als den Kanarienvogel im Blumenbeet zu beerdigen. Wir riefen Ruben an und er stellte uns auf die Schnelle einer seiner Leute zur Verfügung und Aldo und Diego gruben innerhalb von 2 Stunden ein 2x3x1m großes Loch.

Wir wussten ja das uns das früher oder später blüht, aber wir konnten ihm noch einige schöne Jahre geben, und wer weiß, wie erbärmlich in Paraguay manche Viecher krepieren, kann sich vorstellen, dass dies ein Geschenk für Amigo war. Nun läuft Dieken schon den ganzen Nachmittag laut wiehernd auf der Weide herum und sucht seinen Amigo. Das wird sich aber über kurz oder lang geben. Er war ein Seelchen und auch wenn er nur 4 Jahre bei uns war, haben wir die Zeit mit ihm genossen und werden ihn vermissen.

Hier nochmal ein Vergleich!

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Vorsicht beim Verkehr

Vor einiger Zeit fuhr Thomas zum Einkaufen durch Caacupé, als auf der zweispurigen Strasse ein PKW von der linken Spur ohne zu blinken nach rechts in eine Hofeinfahrt abbiegen wollte und das so plötzlich, dass Thomas keine Chance zum Ausweichen hatte. Der kleine Toyota wurde dabei von unserer Camioneta kräftig verbeult und auch unser Mitsubishi musste einiges einstecken. Da es in Paraguay keine Versicherungspflicht gibt, ist unser Auto Vollkaskoversichert, da bei einem evtl. Unfall sofort sich alle einig sind, dass der „Extranjero“ Schuld hat. Nicht anders erging es Thomas, als ruckzuck 20 Leute auf der Strasse standen, die alle gesehen hatten, dass Thomas zu schnell gewesen war, telefoniert hat… In einem solchen Fall ist es nicht zu verachten, wenn man dem Ersten, der einem auf Spanisch irgend etwas Dummes erzählen will, ebenfalls in Spanisch oder noch besser, auf Guarani übers Maul fahren („Largate tembo tuja!“) kann. Der Gestalt mit Thomas´Spanisch- und Guaranikenntnissen konfrontiert schalteten die Anwesenden sofort einen Gang zurück. Daraufhin rief Thomas zuerst seinen Kumpel Ernesto und dann Victor, den Versicherungsmensch, den wir auch recht gut kennen, an und beide waren ruckzuck da. In der Zwischenzeit hatte irgendein Schlaumeier die Polizei gerufen und so musste die ganze Korona zum Polizeikomissariat fahren.

🙂 🙂 🙂

Dort machte jeder der zwei Parteien getrennt seine Aussage, die dann von der Gegenpartei gelesen werden durfte, was bei Thomas einen spontanen Blutdruckanstieg auf über 220 auslöste. Einige der Zeugen hatten behauptet, er hätte während der Fahrt telefoniert, was sofort anhand der Anrufliste widerlegt werden konnte, außerdem könne man ja riechen, dass er betrunken sei (Es war 9uhr 30 am Vormittag!!! ). Victor und Ernesto wirkten mäßigend auf Thomas ein 😉  und meinten, dass sei sowas wie verbale Notwehr, da die Schuld unzweifelhaft der Unfallgegner, ein alter Mann mit 76 Jahren, hätte. Nach 2 Stunden war das Ganze erledigt.

Einige Tage später, wir dachten schon nicht mehr daran, standen plötzlich 2 Damen der Stadtverwaltung vor unserem Tor und überreichten uns ein offizielles Schreiben, zwecks eines Gütetermins. Es ist für einen von Recht und Ordnung überzeugten Deutschen schlecht nachzuvollziehen, wie schnell man hier in Paraguay als Ausländer trotz todsicherem Recht durch irgendwelche juristischen Winkelzüge zum Schuldigen gemacht wird. Deshalb riefen wir sofort wieder Victor an, der uns jedoch erklärte, dass die Ruta Staatsstrasse ist und somit das Ordnungsamt der Gemeinde überhaupt nichts anginge. Trotzdem trafen sich Thomas mit Victor, dem Unfallverursacher und seiner Tochter und mit den beiden Damen vom Ordnungsamt in deren Büro. Dabei wies Victor sofort darauf hin, dass sich die beiden, als sie die Polizei riefen, sich selbst ins Knie geschossen hatten, da man das Ganze ,typisch paraguayisch ,irgendwie so hätte deichseln können, dass alle ohne etwas zu zahlen aus der Sache herausgekommen wären. Denn es  stellte sich heraus, dass entgegen unserer Annahme nicht wir den Schaden des alten Mannes zahlen sollten, sondern unsere Versicherung den Schaden an unserer Camioneta dem Unfallgegner in Rechnung stellte. Da der gute Mann, wie hier in Paraguay eben üblich, selbst keine Versicherung hatte, muss er jetzt die 6.000.000 Gs. Reparaturkosten abstottern.

Wir hatten vorher schon etliche Schauermärchen von Europäern, die hier bei einem Unfall schamlos betrogen wurden, gehört. Aber für uns hat sich wieder einmal bewahrheitet, mit einer guten Versicherung und paraguayischen Freunden, die sich in diesem System hier gut auskennen, hat man auch als Ausländer die Chance halbwegs ungeschoren davon zu kommen. Inzwischen ist unser Auto repariert und was will man sagen, er sieht besser aus als zuvor 😉

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neues Café

Wie in einem anderen Blogeintrag von uns beschrieben, gab es bisher in Caacupé das „Café Creativa“, welches von Erika, einer jungen Österreicherin, geführt wurde. Nach knapp 5 Jahren hatte Erika keine Lust mehr und so beschloss Anna, ihre Angestellte, dass von Erika gelernte „Bäckerhandwerk“ in neuen Räumlichkeiten zu nutzen.

Da die Mutter ihres Lebensgefährten schon eine eingesessene „Eisdiele“ betrieb, bot es sich an, dieses Angebot zu erweitern und weil man schon dabei war, gibt es jetzt zur Mittagszeit auch noch japanisches Essen.

Wer die Paraguayer kennt weiß, dass Kreativität und Flexibilität nicht sooo zu ihren Stärken gehören und so hatten wir die Befürchtung, dass „Anna´s Café“ zum Empanadastand Nr. 36789 in Caacupé mutieren würde. Letzten Samstag wurden wir allerdings positiv überrascht, sie schafft es problemlos die übernommenen Rezepte nachzubacken und so gibt es leckere Croissants, Laugenstangen, Sahnetorten, usw. dort zu kaufen.

Wir waren jetzt schon einige Male frühstücken und auch den japanischen Mittagstisch haben wir schon probiert und sind heilfroh, dass wir auch weiterhin unser „deutsches Frühstück“ in Caacupé bekommen.

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